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Ratgeber
Lesezeit · 2 Min.

Wie man einen Menschen in wenigen Sätzen beschreibt

Einen Menschen, den man liebt, in ein paar Zeilen zu beschreiben, ist erstaunlich schwer. Man denkt an tausend Dinge gleichzeitig, oder an gar nichts, und schreibt am Ende „er ist toll“. Dabei gibt es einen einfachen Weg zu den richtigen Worten, ob für eine Karte, eine Rede oder ein Lied.

Ein Handy mit einem Musikplayer auf dem Bildschirm, auf einem Tisch im Kerzenschein

Fang mit drei Fragen an

Statt nach Adjektiven zu suchen, beantworte konkrete Fragen. Sie holen Bilder hervor, und Bilder berühren.

  • Was macht sie oder er, was sonst niemand macht?
  • Was sagt sie oder er ständig?
  • Welcher gemeinsame Moment bringt dich heute noch zum Lächeln?

Schreib die Antworten auf, wie sie kommen, ohne sie zu verbessern. Sortieren kannst du später. Fällt dir nichts ein, frag jemanden, der die Person gut kennt: einen Bruder, eine Freundin, einen Kollegen. Jeder hat eigene Erinnerungen, und sie ergänzen sich.

Zeigen statt erklären

Ein Adjektiv fasst zusammen, ein Beispiel erzählt. „Sie ist großzügig“ liest man und vergisst es. „Sie hebt immer ein Stück Kuchen für den auf, der zu spät kommt“ sieht man vor sich. Such zu jeder Eigenschaft, die dir einfällt, die kleine Begebenheit, die sie zeigt.

Bleib ein bisschen humorvoll

Kleine Schwächen machen ein Porträt lebendig: die legendäre Unpünktlichkeit, das schiefe Singen unter der Dusche, das Zimmer, das nie aufgeräumt ist. Wähle die, über die die Person selbst lacht, und bleib liebevoll. Sie soll sich wiedererkennen und lächeln, nicht sich verspottet fühlen. Im Zweifel hilft eine einfache Frage: Würdest du mit ihr am Tisch, vor der ganzen Familie, über dieses Detail lachen? Wenn ja, behalte es.

Auswählen, dann kürzen

Wahrscheinlich hast du zu viel Material, und das ist gut so. Behalte lieber drei starke Details als zehn mittelmäßige: Eine Angewohnheit, ein Spruch und eine Erinnerung ergeben schon ein vollständiges Porträt. Lass weg, was zu privat oder heikel ist, etwa Gesundheit oder Religion, und alles, was die Person nicht vor anderen hören möchte. Lies deinen Text danach laut vor: Was beim Sprechen stimmt, stimmt auch auf einer Karte, in einer Rede oder in einem Lied.

Und wenn daraus ein Lied wird?

Genau das fragt Silberau dich: drei Dinge, die die Person ausmachen, was im Lied auf keinen Fall fehlen darf, und von wem es kommt. Aus deinen Antworten schreiben wir den Songtext, und du liest sofort die erste Strophe und den Refrain. Klingt ein Detail nicht richtig, kannst du es ändern lassen, bevor du bezahlst.